Was Liebe vermag
Philosophische Liebesdiskurse in der Antike
Paperback Duits 2022 9783476058478Samenvatting
Was ist Liebe? Worin gründet sie? Wie wird sie erfahren, und welche Bedeutung hat sie für den Einzelnen und das menschliche Zusammensein? Diese Fragen beschäftigen die Philosophie seit ihren Anfängen in der Antike intensiv. Dabei verweist bereits die Pluralität der Begriffe, in denen sich der antike Liebesdiskurs verdichtet (agape, eros, philia, caritas, amor u.a.) auf den Facettenreichtum des Phänomens und die Mannigfaltigkeit seiner philosophischen Thematisierungen. Die gegebenen Antworten sind dabei bis heute, zumindest für das westliche Denken, überaus wirkmächtig. Sie beeinflussen mehr oder weniger direkt unser menschliches Selbstverständnis – von der Vorstellung erotischer Liebe als Akt der Verschmelzung des vormals Unvollständigen zu einem Ganzen über die freundschaftliche Liebe als Prinzip des Sozialen und die Idee universeller Nächstenliebe bis hin zur Liebe des Menschen zu Gott und zum Kosmos. Der Band spürt den antiken philosophischen Liebesdiskursen in einem breiten historischen Zugriff nach, ausgehend von der Archaik (I) über das sophistische Denken (II), die platonische (III) sowie die aristotelische Philosophie (IV) bis in den Hellenismus (V) und die Spätantike (VI), und macht dabei unter anderem auch deren vielfältige Rezeptionsbeziehungen und philosophische Kontexte sichtbar. Ziel ist jedoch nicht allein eine historisierende Betrachtung. Vielmehr loten die Beitragenden – allesamt ausgewiesene Expert*innen auf dem Gebiet der antiken Philosophie – auch systematische Anregungspotentiale der jeweiligen Reflexionen für die gegenwärtige Rede über die Liebe sowohl innerhalb der analytisch als auch der kontinental geprägten philosophischen Tradition aus.
Specificaties
Lezersrecensies
Inhoudsopgave
Sarah Al-Taher/ Vanessa Jansche/ Laura Martena: Einführung: Antike Liebesdiskurse und ihre Potentiale für die Philosophie der Gegenwart
Martin F. Meyer: Wahre Freundschaft - eine kleine Begriffsgeschichte der Philia
II. Archaische Liebe
Simon Varga: Philia und Koinonia: Freundschaft als Gemeinschaft in Hesiods Werke und Tage
III. Platonische Liebe
Hilmar Schmidl-Neuburg: Die sokratische Inkarnation des Eros – Bemerkungen zur Alkibiades-Episode im platonischen Symposion
Bettina Fröhlich: Erkenntnis als erotische Bewegung. Zur Dynamik des platonischen Wahrheitseros
Nora Kreft: Warum brauchen Kinder Liebe? Eine platonische Antwort
IV. Aristotelische Liebe
Kathi Beier: Affekt, Tugend oder Relation? Aristoteles über die Vielfalt menschlicher Liebe
Falk Hamann: Freundschaft und Glückseligkeit bei Aristoteles
V. Hellenistische Liebe
Giovanni Panno: Genussvolle Selbstgenügsamkeit? Die (a)politische Liebe des Epikureismus
Jula Wildberger: Liebe als wohlbegründetes Bestreben: Wesen und Funktion des Eros-Impulses eines stoischen Weisen
VI. Neuplatonische Liebe
Ina Schall: Gott, Daimon, oder seelische Empfindung? Der Platonische Eros bei Plotin
Christoph Poetsch: Dialektik der Liebe und des Logos. Zur zweischneidigen Konstitutionsleistung in Plotins Eros-Konzept
VII. Frühchristliche LiebeRaul Heimann: Transformationen der Liebe - Agape bei Jesus und Paulus
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